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Sunday, June 18, 2006

Web 2.0 und Social Entrepreneurs









Der Maschsee; Hannover, 18. Juni 2006; gemalt vom Offline-Mob

Social Entrepreneurs und Web 2.0

Ruhelose Menschen sind es, die Sozialunternehmer des postmodernen Bürgersektors, die mit "unternehmerischen Fähigkeiten" und "starken ethischen Überzeugungen" die Welt verändern. So zumindest spricht Daivd Bornstein in seinem Buch "Die Welt verändern. Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen", im Klett Cotta Verlag erschienen, über Menschen, die meistens aus ihrer persönlichen Lebenssituation und Erfahrung heraus systemische Veränderungen erwirken. Und da ist man gleich bei einer wesentlichen Schnittstelle zwischen dem Sozialunternehmertum und dem Web 2.0-Denken. Die grundsätzliche Gemeinsamkeit liegt unserer Meinung nach in der kreativen, systemischen Art, Probleme zu lösen. Ein besonders einleuchtendes Beispiel für die systemsiche Herangehensweise ist vor allem das Beispiel des brasilianischen Elektroingenieurs Fábio Rosa, der auf Grund mangelnder finanzieller Ressourcen und entgegen aller staatlich zugelassenen Normen und im ständigen Kampf gegen übermächtige Energie-Lobbyisten, über mehrere Jahre hinweg eine alternative Elektrifizierung in ländlichen Gebieten Brasiliens einführt. Er agiert nicht nur als Elektroingenieur sondern vor allem als praktischer Systemanalytiker.
Am Beispiel der Organisation Childline, eine Art SOS-Telefondienst für in Not geratene Kinder in Indien, macht Bornstein deutlich, dass es auch im Bereich des Sozialunternehmertums auf eine systemische Team- oder Communitybildung ankommen kann. Jeroo Bilimoria die Gründerin von Childline macht im Grunde genommen nichts anderes als vorhandene Ressourcen durch eine Teambildung für Kinder Indiens zu mobilisieren: "Praktisch alles, was Childline für seine Arbeit braucht, gab es bereits. Im Grunde verwandelte Childline eine Stadt in ein Team."

Unserer Meinung nach ist eine kreative Anwendung von Web 2.0-Möglichkeiten im Bereich des Sozialunternehmertums sehr vielversprechend und wir haben uns vorgenommen, diese Schnittstelle über längere Zeit hinweg zu erforschen. In nächster Zukunft werden wir uns um eine systematische Ausarbeitung bemühen.

Weiterhin berichtet Bornstein von der Organisation Ashoka, die seit 1978 Sozialunternehmer bewertet und fördert. Unserer Meinung nach eine durchaus als kritisch zu betrachtende Organisation, die, wenn man so will, sich selbst zwischen Sponsoren und Sozialunternehmer stellt und behauptet eine systematische Herangehensweise gefunden zu haben, mit der man schon sehr früh erfolgsversprechende Sozialunternehmer finden und fördern kann. Dies ermöglicht Ashoka das Sponsorenkapital anzuziehen und zu verwalten, eine gerechte Förderung der Sozialunternehmer hat es nur bedingt zur Folge.

Nichtsdestotrotz: Drayton der Gründer von Ashoka nennt folgende Qualitäten, die ein Unternehmer haben muss, wenn er sein Geschäftsmodell verwirklchen will: "Angesichts der Tatsache, daß eine neue Idee ständig revidiert und der Wirklichkeit angepaßt werden muß, lautet die entscheidende Frage: Verfolgt der Mensch, der sich für die Idee einsetzt, über die Beständigkeit, um die große Vision nicht aus den Augen zu verlieren, die Kreativität, um unvorhergesehene Probleme zu lösen, die Beharrlichkeit, um sie in die Tat umzusetzten, und die Unnachgiebigkeit, um auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben- ganz gleich, wie lange es dauert, wie viele Fehlkalkulationen, Pannen oder Mißgeschicke noch warten und wieviel Wiederstand und Einsamkeit noch ertragen werden müssen?" Unternehmer müssen Institutionen schaffen und menschliche Verhaltensweisen verändern.

Im stile des Web 2.0 Denkens haben wir uns dieser harten unternehmerischen Wirklichkeit gestellt und ein Experiment in der Offline-Welt gewagt. Da in der Web 2.0-Virtualität man selbst als Unternehmer quasi als Vermittler und weniger als Produzent fungiert, haben wir heute am sonnigen Sonntag versucht, Spaziergänger am Maschsee ein Bild malen zu lassen. Nach einer anfänglichen Schwierigkeit und dem Entschluss eine gewisse Struktur vorzugeben, kam dann erfolgreich das oben dargestellte Ergebnis heraus.

Das Web-Zwei-Null Team.

1 comment:

Anonymous said...

Hi, ich habe unter Social Entrepreneurship driven by Web 2.0 eine Liste von "web 2.0 enabled" Social Entrepreneurship Konzepte gesammelt und kurz kommentiert. Fallen Dir da noch weitere dazu ein?

Gruss Adrian