Gespräch zwischen I, Me und dem Generalized Other
Manchmal verspüre ich die Lust nach einer bedeutungsschwangeren Zeile. Vor allem an solchen Tagen, an denen ich im Supermarkt mit der Kassiererin über den Lotto-Jackpot sprechen muss. Und weil dieses Buch von Chomsky schon seit einer Ewigkeit bei mir herumliegt, suche ich nochmal nach den Kaufgründen und stelle fest, dass ich gar nicht mehr weiß, warum ich das Buch gekauft habe. Wahrscheinlich war es mein erster Amazon-Versuch. Trotz allem findet sich auch in solchen Situationen eine Prise Bedeutung, die man dann eklezistisch in sein Weltbild pressen kann: "Man paßt sich ein weinig an und spürt, dass darin ein Privileg liegt. Weil es nützlich ist, glaubt man bald selbst an das, was man sagt. In diesem Augenblick hat man das System aus Indoktrinierung, Täuschung und Verzerrung bereits verinnerlicht und ist ein williges Mitglied der privilegierten Elite geworden, der Herrin über die Gedanken und die Indoktrinierung. Das ist überall so, ob unten oder oben. Es dürfte kaum einen Menschen geben, der diese so genannte >>kognitive Dissonanz<< aushalten kann: an etwas glauben, aber etwas anderes sagen. Man fühlt sich genötigt, gewisse Dinge zu sagen, und sehr bald glaubt man selbst daran, schon weil es gar nicht anders geht." Von der Theorie der "kognitiven Dissonanz" habe ich schon öfter was gehört. Irgendwie komme ich mit der Rolle des "der Kunde ist König" nicht zu recht. Wir laufen durch die Welt und sehen nur das, was in unser Hirn gerade so passt. Hätte Kafka eigentlich ein Blog gehabt? Diese "der Kunde ist König"- Sprechhandlungsmuster sind mir widerlich. Inzwischen habe ich es aufgegeben, nach Auswegen zu suchen. Ich kaufe einfach ein.
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